Wanderweg nach Piran

Die Idee war von vornherein von meinem Heimatort in Deutschfesitritz ans Meer zu gehen. Allerdings sind 330km doch eine lange Strecke und meine Zeit begrenzt. Deshalb entschied ich mich von Klagenfurt nach Piran in Slowenien zu gehen. Das sind ungefähr 230km und das lässt sich in 9 Tagen machen. Ich will euch hier die Tour und meine persönlichen Eindrücke mitgeben.

Erster Tag

Der erste Tag startet also von meiner Haustüre und führt zuerst in die steirische Landeshauptstadt Graz, von wo ich mit der Koralmbahn in Richtung Klagenfurt fahre.

Dafür heissts um 5 Uhr aufstehen, damit ich schliesslich um 8 Uhr am Hauptbahnhof in Klagenfort ankomme.

Nach kurzem ausloten vom Weg kann es auch schon losgehen. Zuerst muss ich aus Klagenfurt raus und folge meiner Wanderbeschreibung. Dank der Bergfex App geht das ganz easy.

Am Horizont kann ich schon die Karawanken sehen. Dort muss ich hin.

Nach ungefähr 10km komm ich nach Maria Rain. Dort besuch ich auch die Wallfahrtskirche und mache eine kurze Pause, bevor es über die türkisblaue Drau geht.

Ich würde gerne hineinspringen. Aber es steht noch Ferlach am Programm wo ich meine Mittagspause berbringe. Bei Leberkässemmel und Frucade verweile ich unter einem schattigen Baum. Die Temperatur hat mitlerweile 30°C erreicht. Echt heiss.

Nach einem kurzen Powernap mache ich mich auf den Weg in die Tschappaschlucht. https://www.tscheppaschlucht-ferlach.at/

Kurze Trinkpause an der Kassa, die auch der Eingang ist. Dann kann es losgehen. Entlang des Loiblbachs geht man durch den grünen Wald und findet auch kleine Sandbänke zum Verweilen und Abkühlen.

Das Highlight der Route ist aber wenn man die Schlucht bergauf geht und die imposanten Wasserfälle auf sich wirken lässt. Es lässt einen vergessen, dass der Aufstieg recht anstrengend ist.

Nach einem kurzen Plausch mit einem slowakischen Touristen, geht es zum Aussichtspunkt – Tschaukofall. Alleine für diesen Wasserfall hat sich der heutige Tag gelohnt.

Nach einer weiteren Stunde bergauf treffe ich bei meinem Quartier – Deutscher Peter (https://www.deutscher-peter.at/) ein. Bei einem herrlichen Bier und Fleischnocken lass ich den Abend ausklingen.

25.6km – 7.5h unterwegs

Zweiter Tag

Hab gut beim Deutschen Peter geschlafen und ich freue mich schon auf den heutigen Tag. Noch weiß ich noch nicht was mir heute bevorsteht. Aber eines nach dem anderen.

Nach einem reichhaltigen Frühstück mach ich mich auf Richtung Loiblpass. Ich starte den Weg wie in der App beschrieben, aber nach 45 Minuten geht nix mehr weiter. Bin im Wald, aber es gibt keinen g’scheiten Wanderweg mehr. Also entscheide ich mich umzukehren, denn auf der anderen Seiter der Schlucht ist der offizielle Wanderweg.

Also kleine Aufwärmübung. Um 9 Uhr bin ich wieder dort wo ich eine Stunde vorher gestartet bin. Aber der neue Weg ist viel besser. Bis ich durch einen Bauernhof muss. Natürlich beschützt von zwei Hunden und deren Besitzer der mich nicht durchlassen will.

Also alles wieder runter bis zum Bach. Gott sei Dank ist dort die Straße und ich folge diesem einfach bergauf.

Ich komme dann wieder auf den richtigen Wanderweg Richtung Loiblpass. Ich hab schon etwas Stress, denn am Nachmittag ist Gewitter angesagt.

Um 11.30 Uhr komme ich oben an. Was für eine Aussicht. Einfach toll. Ich bin froh, denn am Gipfel gibt es eine Hütte und auch etwas zu trinken.

Ab jetzt geht’s nur mehr bergab. Beim Duty Free Grenzübergang in Slowenien geh ich erst einmal Mittagessen. Es werden die Cevapcici mit Salat und Pommes.

Danach ganz einfach bergab entlang des Weges neben der Strasse. Mein Ziel für heute ist Trzic. Ich mache immer wieder Pausen und komme gegen 15:30 Uhr im Ort an.

Leider ist die Auswahl an Lokalitäten an disem Tag eher begrenzt, deshalb lass ich den Tag bei Brettljause, Bier und Fussball ausklingen. Mein Nachtquartier an diesem Tag heisst Vila Sofia.

25.4km – 7h unterwegs

Dritter Tag

War heute echt zach mich zu motivieren. Ich merke die letzten Tage schon in meinen Beinen. Denke kurz nach abzubrechen, verwerfe den Gedanken aber gleich wieder.

Trotzdem wil ich mich schonen und fahre deshalb das Anfangsstück von Trzic nach Zeje mit dem Bus. Das sind ungefähr 5km. Über Asfalt macht das schon etwas aus.

Ich nehme mir vor auch öfter Pausen zu machen. Mein Ziel für heute ist der das Gostilna Pri Zalogarju (https://www.zalogar.si/) in Dolenja Vas. Ich freu mich schon auf etwas Gesellschaft.

Beim Weg merke ich wie sich die Vegetation ändert. Die letzten Ausläufe der Karawanken sind noch zu sehen, die ich gestern überquert habe. Das Wetter hat sich auch geändert. Es ist nicht mehr so heiß. Direkt angenehm.

Ich gehe über Strassen und durch Wälder.

Die Bergfex App leitet mich gut. Auf längeren Strecken, wo es mich anzipft oder mir die Motivation fehlt, höre ich gerne mal Podcast und gehe weiter. Ich gehe weiter.

Über den höchsten Punkt heute – das sind 700m – gehe ich rüber und runter nach Selca.

Dort mach ich kurz Pause und hol mir eine Flasche Wasser im örtlichen Mercator.

Noch ein paar Kilometer zu meinem Nachtquartier.

Das Resti ist zu empfehlen. Auch die Ausstattung des Zimmers ist super. Mit Klimaanlage – yes.

Ich gönne mir zum Abendessen Calamari und Salat. Danach chillen vorm Fernseher.

19.3km – 5.5h unterwegs.

Vierter Tag

Mein heutiges Ziel ist über den Berg nach Hotvalje zum Gostilna Lipan (https://www.gostilna-lipan.si/). Ich starte den Tag mit einem sehr guten Frühstück im Gostilna Pri Zalogarju.

Nachdem ich mich von dem sehr freundlichen Personal verabschiedet habe, mache ich mich auf den Weg nach Hotvalje.

20km und 1000hm solten es sein, aber es werden sicher mehr.

Den höchsten Punkt erreiche ich bei 1125m. Prelodi heißt der Berg, obwohl ich im Wald sitze. Ab hier geht es wieder stetig bergab.

Bis auf einmal wo ich wieder durch einen Bauernhof muss. Geschenkt – ich geh über den Berg drüber. macht aber nix.

Vorbei an Bauernhöfen, sieht es aus wie in Österreich. Wie bei meinem Heimatort in der Gegend.

Der Weg ist lang und gegen Ende hin quält mich auch noch ein wenig meine Pollenallergie.

Beim Gostilna Lipna treffe ich gegen 16Uhr ein. Ich esse Steak mit Ei. Das lass ich mir schmecken.

Wieder ist die Hauswirtin und ihr Personal sehr nett. Das bringt die Motivation für den nächsten Tag.

23km – 7.5km unterwegs

Fünfter Tag

Heute komm ich zum Knackpunkt meiner Reise. Halbzeit is und der längeste Weg – nach Logatec. Ich will den entscheidenden Weg etwas verkürzen und fahre mit dem Bus die ersten 10km von Hotvalje nach Ziri.

Welche Wohltat ein wenig mit dem Bus zu fahren. Da merkt man erst wie schnell man eigentlich ist.

Von Ziri aus starte ich gegen 8Uhr. Bei der Tankstelle kauf ich mir noch Wasser und Proteinriegel, dann gehts rauf auf die Alm.

Der Weg ist sehr schön heute. Mir kommt vor, ich hab mich schon ans lange gehen gewöhnt. Die Füsse gehen gut und der Untergrund ist fein.

Ich mach auch regelmäßig Pausen. Je höher ich komme desto schöner wird die Aussicht auf die umliegenden Berge. Auch wieder die Karawanken.

Kurz vor 12Uhr mach ich Rast bei einer Hütte wo ich wohl den schlechtesten Kaffee aller Zeiten trinke. Macht nix – dafür ist die Bedienung nett. Ich tratschte ein weilchen und es stellt sich heraus sie ist Ferialpraktikantin und hütet die Hütte sozusagen.

Weiter gehts Richtung Logatec. Mal rauf – mal runter. Wenn es mir zu langweilig wird, hör ich etwas Podcast.

Ich gehe neben einem Bach wo niemand ist. Diese Ruhe oft. Wahnsinn. Kurze Pause, dann gehts weiter. Ich drossle das Tempo. Energie sparen. Effizienter werden.

Bei einer Weggablung sehe ich die schönsten Worte an diesem Tag stehen – Logatec. Mein Ziel ist nicht mehr weit.

Das letzte Stück geht über eine Schotterpiste – das mag ich nicht so gern. Lieber ist mir Waldboden – der ist sanfter.

Gegen 16Uhr treffe ich in meinem Quartier Villa Tollazzi in Logatec ein. Leider ist es diesmal kein Gostilna sonder nur ein Apartment.

Auch die kulinarische Auswahl in Logatec ist eher überschaubar – deshalb hol ich mir einen Kebap und trinke drei Bier.

Was für ein Tag. Ich hab die Hälfte geschafft. Die Autos haben jetzt die Kennzeichen gewechselt. Nicht mehr KR (Kranj) sieht man oft sondern LJ für Ljubljana. Mir kommen fast die Tränen. So weit bin ich schon gekommen. Wahnsinn.

25.5km – 7.5h unterwegs

Sechster Tag

Ich starte heut erst gegen 10Uhr meinen Weg nach Landol zur Lipizzaner Lodge. Ich wollte eigentlich den Bus zur selbigen Zeit nehmen um mir den Weg nach Kalce zu sparen.

Auf die Frage ob das der Bus nach Kalce ist gab mir der Busfahrer nur ein leidenschaftsloses „Ne“ mit auf den Weg. Mit dem sanften Hinweis, den Bus jetzt doch bitte zu verlassen. Also doch zu Fuss nach Kalce.

Der richtige Bus fährt wenige Minuten dann doch an mir vorbei. Is halt so – denk ich mir.

Der Weg führt mich zuerst die Bundesstrasse auf einen Berg hinauf, bis ich endlich einen langen – sehr langen Fosrtweg entlang gehe.

Die Einsamkeit der letzten Tage setzt mir immer mehr zu. Ich vermisse jemanden an meiner Seite. Ich stell mir vor ein guter Freund geht neben mir her. Dann gehts besser.

Ich mach ein paar Pausen zwischendurch und will Podcast hören. Leider kein Empfang hier im Wald. Macht nix.

Nach zwei Stunden komm ich in Gorenje an. Klingt so ähnlich wie die Badezimmerausstattung. Ist es aber nicht.

Gegen Ende hin komm ich zur Predjama Burg. Die ist sehr imposant und in den Berg hineingebaut.

Dann seh ich die erste Landmarke am Horizont. Nanos – der ikonische Berg den man auch von der Autobahn in Richtung Koper sieht. Mir kommen die Tränen vor Freude.

Bei der Predjama Burg esse ich auch gleich noch ein gutes Cordon Bleu mit Pommes. Das schmeckt gut. Man weiss ja nie was man sonst noch so bekommt. Ich sollte mich noch wundern.

Weiter nach Landol zur Lipizzaner Lodge. Der Besitzer ist ein sehr lieber Brite mit dem Namen Chris. Er und seine Frau betreiben diese Unterkunft. Es ist sehr schön und ruhig hier.

Dank ihm hab ich ein wenig Gesellschaft. Das tut gut. Auch seine Mutter wohnt hier mit der ich mich ebenfalls unterhalte.

Das Abendessen ist fantastisch. Hab wieder Hunger bekommen. Chris erklärt mir auch welche Sehenswürdigkeiten in der Nähe sind. Aufn Nanos werd ich morgen gehen, das nehm ich mir vor.

Jetzt sitz ich hier am Abend und trink ein gemütliches Bier und sehe Hanna – seiner Frau – beim reiten ihrer Pferde zu. Es sind Lipizzaner wie man sich vorstellen kann.

Wie idyllisch kann ein Tag enden.

21km – 6h unterwegs

Siebenter Tag

Ich will auf den Nanos. Das ist der Berg den man sowohl von der Küste, wie auch von der Autobahn aus sehen kann.

Nach einem ausgezeichneten Frühstück bei der Lipizzaner Lodge starte ich Richtung Nanos und verlasse Landol. Der Tag ist wunderbar. Nicht zu warm und nicht zu kühl.

Zuerst durch Felder, vorbei an Kuhweiden. Dann wird es immer steiler bis man im Wald ist. Es erinnert mich ein bissl wenn ich in Peggau zum Wasserfall gehe.

Es ist lange steil und felsig. Ich komme über eine grüne Wiese wo hunderte Schmetterlinge sind. Wunderschön.

Weiter gehts in Richtung Gipfel. Nach einem steilen Stück gehts wieder durch den Wald, bis man oben beim Restaurant ankommt. Heute geschlossen weil Montag ist.

Ich gehe wieder zum freien Feld mit der besten Aussicht. Wahnsinn. Der Ausblick ist fantastisch. Man kann bis zum Meer sehen. Ich sehe sogar die Landzunge von Piran. Mein Ziel. Ein wenig verweile ich dort und will mir den Blick einprägen. Wie wunderschön.

Nach einer halben Stunde starte ich meinen Rückweg. Das ist steiler als gedacht. Sehr felsig nach unten. Man muss jeden Schritt sehr mit bedacht wählen.

Irgendwann wirds flacher und der Weg geht wieder in Waldboden über. Sehr angenehm.

Unten komme ich dann in Razdrto an. Da der nächste Bus erst in mehr als 2 Stunden fährt, beschließe ich den Wanderweg weiter zu gehen. Er ist auch Teil des Jakobswegs. Sehr erfreulich.

Der Wanderweg geht durch Wald und ist nicht sehr schwer, deshalb beschäftige ich mich mit Podcast hören. Ankommen tu ich in Senozece.

Dort wart ich eine Stunde auf den Bus nach Divaca. Dort angekommen beziehe ich mein Zimmer in Gostilna Risnik (https://gostisce-risnik.si/).

Bei einem Grillteller und zwei Bier beende ich meinen Wandertag für heute.

Nur mehr zwei Tag zu gehen. einfach unglaublich.

23.3km – 7.75h unterwegs.

Achter Tag

Die Wanderung geht dem Endspurt entgegen. Heute von Divaca nach Skofje and die Slowenisch – Italienische Grenze. Nach dem Frühstück entscheide ich mich zur Skocjanske Jama (https://www.park-skocjanske-jame.si/en/) zu gehen, die mir auch von Chris von der Lipzzaner Lodge empfohlen worden ist.

Es handelt sich dabei um ein Netzwerk aus Höhlen und Schluchten in dem Karstgebiet von Slowenien. Vom Aussichtspunkt hat man einen wunderbaren Ausblick auf die Schlucht. Sehr beeindruckend. Sehr tief.

Einmal drum herum und dann gehts zurück nach Divavca. Mit dem Bus will ich runter nach Petrinje. Ich hab noch eine Stunde Zeit – ich geh mal einen Kaffee trinken im „Tschecherl“ neben der Bushaltestelle (4×4 Bar) .

Witzig ist, dass es wieder die Busfahrerin von gestern ist die mich nach Petrinje bringt. Ausstieg Petrinje. Mitten im Nirgendwo.

Los gehts entlang dem Wanderweg. Ich komm zu einer Burg die oben auf der Kante vom Vipava Tal liegt. Ein wunderbarer Ausblick auf Koper und Triest liegt vor mir.

Jetzt gehts nur mehr runter. Bis auf Seehöhe. Ich geh über die italienische Grenze entlang der slowenischen.

Raus aus der Sonne, es ist brütend heiss. Endlich, jetzt gehts durch einen Wald neben einem Bach entlang, bis ich in das Industrieviertel von Muggia komme.

Das kenn ich – dort ist auch der großer Supermarkt. Ich gönne mir ein Pizzastück, eine Cola und ein Eis. Lecker.

Zuletzt runter zum Hotel das direkt an der Grenze zwischen Italien und Slowenien liegt (https://www.admiral.si/en/skofije) . Entlang der Strasse hält mich niemand auf. Alles gut.

Ich bin endlich da. Morgen gehts nach Piran.

22km – 7h

Neunter Tag

Endgame würd ich sagen. Heute ist der letzte Tag. Und Ankunft am Ziel. Aber zuerst alles von vorn.

Ich hab gut geschlafen im großen Bett vom Admiral Hotel. Das Bett ist herrlich. Ich würder gerne noch länger darin schlafen aber mein Ziel wartet. Also frühstücken und anziehen. Los gehts.

Zuerst mal nach Skofje und dann nach Koper. Der Weg ist nur flach und auf Asfalt. Für meine Beine ist das nix.

Auf dem Weg nach Koper kommt mir ein Radlfahrer entgegen. Natürlich aus Österreich. Nur die Ösis gehen oder fahren soweit ohne Auto denk ich mir.

Wir unterhalten und kurz wo jeder herkommt und wo es hin geht. Er hat Parkinson, fährt aber mit dem Radl über die Alpen nach Kroatien. Respekt denk ich mir. Irgendwie sind wir wie Brüder im Geiste, denn beide suchen wir die kurze Unterhaltung.

Das ist ein wirklicher Motivationsschub, vor allem weils nur geradeaus im Industrieviertel und Hafen von Koper geht. Ich vertreib mir die Strecke mit Podcast hören. Mach auch mal kurze Pause zwischendurch.

Um 10 Uhr kehr ich beim McDonalds für Kaffee und Kuchen ein. Das tut gut.

Der Weg geht durch Koper, entlang der Uferpromenade.

Wow, zum ersten Mal das Meer neben mir. Der Strand ist da. Wahnsinn. Wahnsinn denk ich mir. Ich würde so gerne reinspringen. Aber ich will weiter.

Neben der Uferpromenade ist es wunderschön zu gehen. Lange. Sehr lange kann man gehen. Ich komm nach Izola. War ich noch nie. Wollte dort immer schon mal hin. Jetzt bin ich da.

Ich schaue zurück und sehe den markanten Berg Nanos. Da war ich vor zwei Tagen. Unglaublich. Von dort hab ich genau hierher gesehen. Jetzt bin ich da.

Trotz des Ausblickes will ich weiter zu meinem Ziel – Piran. Nach Izola gehts etwas bergauf und ich komme zu dem Kreisverkehr den ich sonst immer mit dem Auto auf dem Weg in den Urlaub quere.

Diesmal gehts entlang des Radlweges weiter. Das Meer ist jetzt nicht mehr da. Anstelle gehe ich durch die Weingärten. Es ist auch heisser geworden. Und ich merke wie die Blase and meinem rechten Fuss wächst. Seit dem zweiten Tag hab ich die, aber sie hielt sich in Grenzen, da es eher bergauf auf bergab ging. So it be – denk ich mir.

Ich komm nach Fiesa, da komm ich wieder zum Meer. Zu einem Wanderweg der bei einem Hotel endet. Ich hatte auch kurzes Gespräch mit einer Holländerin. Entlang dem Meer geht ein Weg nach Piran. Ich gehe weiter.

Dann komm ich zu einer Treppe zum Meer die mir sehr gut bekannt ist. Es ist jene, den meine Freunde und ich immer hinabsteigen zum Strand. Jessas. Ich bin da. Meine Augen werden feucht und mir kommen die Gefühle. Ich habs gleich geschafft.

Rauf zur Kathedrale St. Georg. Ich berühre den Turm und verharre kurz… Dann zum Eingang der Kirche wo ich ein kurzes Gebet spreche. Einen Dank gen Himmel sozusagen.

Raus an die frische Luft. Ich schaue umher und versuche es zu begreifen. Mache ein paar Fotos. Lasse mich vor der Kirche fotografieren. Ich kenne den Ort schon. Deshalb gehe ich runter weil ich ins Zimmer und vor allem ins Wasser will.

Ich suche das Apartment (https://apartments-igor.sloveniahotel.net/) , lass mir den Schlüssel geben und trink erstmal ein kühles Bier. Zieh mich um und spring ins Meer. Ich muss Lachen. Im Wasser bin ich meinem Element. Ich liebe es. Auf diesen Augenblick hab ich gewartet. Das hatte ich vor Augen als ich losging – vor 9 Tagen.

25.5km – 6.75h unterwegs.

Epilog

Ich habe noch zwei Tage in Piran verbracht und gut gegessen und geschlafen. Diese Worte schreib ich am Abreisetag bei einem Kaffee und Tiramisu im Cacao in Portoroz.

Was bleibt über diese Reise zu sagen? Eigentlich unglaublich. Unfassbar schön, anstrengend und ein bisschen wahnsinnig. Trotzdem hab ichs geschafft. Wie geil ist das denn? Ich bin jetzt trotzdem froh nach Hause zu kommen. Meine Freunde fehlen mir schon.

Das ist wohl wirklich am schönsten wenn man wieder heim kommt.

Hab ich was gelernt denk ich mir? Ich weiss es eigentlich nicht – vielleicht fällt mir dazu irgenein cooler Spruch mal ein.

Vielliecht war es aber einfach nur eine Übung in Sinnlosigkeit – wer weiss…

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